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Im grossen Interview vor dem Saisonstart gibt LUPL-Headcoach René Berliat Einblick in die Vorbereitung und nimmt Stellung zum bevorstehenden Saisonstart.

Grundsätzlich sehr zufrieden. Die Mannschaft hat stets sehr gut mitgemacht. Auch in der schwierigen Phase im August wo wir wegen der World Games und gleichzeitigem Turnier der U21 in Prag oft nur 12, 13 Spieler im Training waren. Und die oft enorme Hitze war für die Trainingsintensität sicher nicht förderlich.
Das erste Spiel gegen Wasa St. Gallen war mehr ein Reinkommen in den Matchrythmus und der klare 8:2 Sieg ist, auch aufgrund der vielen Abwesenheiten in beiden Teams, nicht hoch zu gewichten. Gegen Thun erwartete ich einen seriösen Auftritt, welchen die Mannschaft ablieferte. Die Spiele gegen die Tigers und Zug waren dann erste Gradmesser. Diese Gegner zeigten uns einige Baustellen auf, und zudem, dass diese beiden Teams einfach aktuell noch gefestigter in ihrer Spielidee sind als wir. Und ja, unser Abschlussverhalten war in diesen beiden Spielen ungenügend.
Sicher die enorme Intensität der Spiele und die hohe Qualität der Gegner, welche einem zwingen, stets auf höchstem Level zu performen. Jeder Spieler erfährt da dann auch ganz genau, wo er steht, wo er aktiv werden muss, sofern er sich nachhaltig entwickeln will. Das gilt natürlich auch für die Mannschaft als Ganzes.
Sicher die Lernkurve, welche steil nach oben zeigte. Die Mannschaft war fähig in kurzer Zeit die angesprochenen Punkte zu verbessern. Es gibt natürlich noch genug Baustellen, es fehlte aufgrund der World Games wichtige Trainingszeit mit dem ganzen Team im Sinne einer «normalen» Vorbereitung. Etwa die Special Teams, die noch wenig trainiert wurden und auch deshalb noch keine Stärke waren.
Die Rückmeldungen der Spieler bestätigten uns auf unserem Weg, wir fanden da eine gute Balance zwischen Belastung und Erholung. Ein wichtiges Ziel war, weniger Verletzungen als in den Vorjahren zu haben. Bisher gelang uns das, wir hatten keine Verletzungen und Ausfälle, die auf Überbelastungen zurück zu führen waren.

Auslandaufenthalte wie in Tschechien sind natürlich auch für den Teamzusammenhalt Gold wert. Der bereits gute Zusammenhalt wurde nochmals verbessert. Weiter stimmt mich optimistisch, dass wir nun als Mannschaft zweimal in heiklen Situationen, das 0:3 gegen Bohemians nach 20 Minuten und das 0:4 gegen Linköping nach zwei Dritteln, immer ohne wenn und aber weiter gemacht haben. Die Reaktion war sehr gut und wir fanden zurück ins Spiel. Im dritten Spiel zeigte die Mannschaft, dass von Beginn weg agieren besser als ständiges Reagieren ist.
Aufgrund der World-Games-Absenzen und den langzeitverletzten Spielern bekam die ganze Breite des Kaders sehr viel Spielzeit. Erfreulich gilt es sicher festzustellen, dass jeder Spieler bedenkenlos eingesetzt werden kann. Gegen den tschechischen Meister Boleslav, ein absolutes Weltklasseteam, fehlten uns zum Beispiel mit Kainulainen, Astala, Willfratt und Tringaniello vier Spieler, welche normalerweise wohl in den ersten beiden Linien starten und trotzdem waren wir sehr nahe an einem Sieg.
Dass wir gesehen und verstanden haben, dass wir nur als Einheit, egal ob Staffmitglied oder Spieler, unsere Ziele erreichen können.

Ich habe in all den Jahren sowohl gute Vorbereitungen und schlechte Saisonstarts als auch das Gegenteil erlebt. Wichtig ist es, fokussiert und aufmerksam zu sein, für die Herausforderungen, die warten. Emotional ist es bei mir eine Mischung aus Freude und Anspannung.
Ein guter Saisonstart kann viel Selbstvertrauen geben und in der Folge eine gute Entwicklung befeuern.
Mich hat beeindruckt, wie viele Zuschauer die vergangenen zwei Saisons, trotz der doch oft ungemütlichen Tabellensituationen, unsere Spiele besucht haben. Manchmal dürfte das Publikum noch ein bisschen mehr aus sich rauskommen und uns noch aktiver unterstützen. Diese Energie kann für uns Gold wert sein. Aber mir ist schon klar, dass wir vor allem mit unseren Auftritten dafür sorgen müssen das der Funke auf das Publikum überspringt.